Donnerstag, 30. April 2009

Erweckung

Drei Millimeter trennen mich von ihm.
Drei Millimeter transparentes Aluminium. So dünn verarbeitet, dass ich seinen Schatten sehen kann, wenn er durch sein Quartier tiegert... Ja, das ist das richtige Wort.

Wann werde ich einsehen, dass ich auf die andere Seite der Wand gehöre?
Wann werde ich dafür einstehen können?
„Wann wirst Du Deinen Namen verlieren
wie die alten Gesichter sich in Gleichheit verlieren?“

Wird es je einen Morgen geben, an dem ich ihn begrüßen werden kann?
An dem ich ihn so begrüße, wie Mum Dad begrüßt – und es wäre ganz normal?
„Treffe mich am Morgen, wenn Du wach bist,
treffe mich am Morgen und ich erwecke Dich!“

Er verhält sich wie ein Raubtier, welches man mit Drogen vollgestopft und dann mit schweren Stangen die Knochen zerschlagen hat, um ihm dann noch mit Eisenketten ruhigzustellen.
Er hat nicht die Wahl, bekommt sie nicht, muss diesen Weg zuende gehen.
Doch man ist nicht so gnädig, ihm das Leben zu nehmen.
Nur leise...ganz leise...darf ich ihn anhören...
„Wäre ich nur nicht gefangen und gebrochen – würde ich Dich auf der anderen Seite erwarten.
Würde ich im Licht auf Dich warten.
Wenn ich hier nicht vorher ersticke – käm ich zu Dir am morgen, wenn Du erwachst!“

Meine Brust ist jeden Tag wie zugeschnürrt. Ich wurde schon auf Asthma untersucht, auf Sporen, Stoffe, die durch Planetengänge hereingetragen wurde... nichts.
Nichts an meinem Herzen.
Nichts in meinem Herzen – ausser er.
„Du mein liebeskrankes, bitteres, verhärmtes Herz,
bist schon zerbrochen zum Lebensbeginn!
Treffe mich am Morgen, wenn Du wach bist,
treffe mich am Morgen und ich erwecke Dich!“

Und wenn sie IHN nun entdecken würden in meinem Herzen?
Was würden sie machen?
Die Luftschleuse nutzen?
Ich würde ihm folgen.
Bedingungslos.
Nur, um noch einmal, wärend die Lockout Prozedur der Schleuse läuft, seinen Stimme zu hören:

„Wäre ich nur nicht gefangen und gebrochen – würde ich Dich auf der anderen Seite erwarten.
Würde ich im Licht auf Dich warten.
Wenn ich hier nicht vorher ersticke – käm ich zu Dir am morgen, wenn Du erwachst....“

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