Dienstag, 20. Oktober 2009

I Gefesselt...

Schlußendlich konnte keiner der Familienmitglieder sagen, wo der Feind eingedrungen war.

Wie materiallisiert – und vielleicht war es ja genau so! – stand die fünf Männer auf der Brücke. Ihre schwere Phaserbewaffnung, die unmißverständlich auf John, Maureen und West gerichtet war, lenkte nur allzuschnell von ihrem abgehalfterten Äußeren und denn vier Armen ab. Drei davon schienen sie zu gebrauchen, um die Kanonen überhaupt halten zu können. Doch es war Will, der in den wenigen Sekunden des Überfalls erkannte, was geschah.

“Piraten!”, schrie er auf und über seinem Knabengesicht huschte ungewollt der Schatten von Faszination. Da wurde er schon grob am Nacken gepackt.

Ein grollender Befehl erklang, welcher der Jupiterbesatzung den Anführer verriet. Der Mann im schmuddeligen Arbeitsoverall, dessen Taschen mit undefinierbaren Gegenständen schwer gefüllt und angerissen waren, hatte eine um so saubere und neuwertige Waffe über zwei seiner vier Ellenbogen gelegt. Ein kleinerer Geselle, dessen Kleidung aus Verschnürungen und Kleidungsresten bestand, schleppte Will wie einen unartigen Hund von der Brücke. Nach einem weiterem Grollen folgte ihm ein Zweiter, dessen Ausrüstung neuer erschien.

Der Anführer starrte zu ihnen herüber, traf eine Entscheidung und legte seine Waffe auf Major West an. Obwohl keiner der Menschen ein Wort gesagt hatte, erschien ihm wohl West als bedrohlichsten.

“Gut geraten.”, dachte West und zögernd folgte er den winkenden Befehlen des Anführers. Er wurde von den auf der Brücke verbliebenen Outlaws gepackt und in guter Entfernung zu den nächsten Konsolen auf Hosenboden gesetzt. John musste ihm nachfolgen. Rücken an Rücken verfolgten die Beiden, wie die Piraten sie genauestens verpackten. Mit simplen Hanfseilen wurden ihnen erst die Fußgelenke, dann die Knie, die Hände darunter und schließlich der Oberkörper miteinander verknotet. West protestierte und versuchte, die Männer zu irgendeiner Kommunikation zu bringen, doch stumm ließen sie sich Ansprachen und Schimpfwörter gefallen, als wären sie taub. Schlußendlich schlangen sie eine große Schlinge über die Köpfe der Männer, um sie zusätzlich um ihre Hälse zu verbinden...

“Mein Gott, Major...”, murmelte John. “Bleiben Sie ruhig! Versuchen sie sich zu entspannen!” Kaum hatte er das ausgesprochen, als einer der Männer zu kichern anfing. Beunruhigt versuchte John einen Blick auf Maureen zu werfen, die ein Stückchen weiter an einem Designgestänge verknotet wurde. Auch bei ihr hatte sich der Anführer mit Hingabe der Knoten gewidmet....Fußgelenke, Knie, Oberschenkel, Bauch, die Brust überkreuzend, Hals und sogar Stirn verschnürt!

Wütend schnaubend zischte sie dem Piraten Worte zu, von dessen Existenz John bisher keine Ahnung hatte. “... und wenn ich dann mit Ihnen fertig bin, werden Sie sich wünschen, ich hätte...” Doch Maureens Fluch ging in einem schrilleren Keifen unter.

“....auf der Stelle, habe ich gesagt! Sind Sie taub!” Judy kam hereingestolpert, gleich gefolgt von dem Piraten, der Will verschleppt hatte.

“Wo ist mein Kind?”, herrschte Maureen ihn an.

Der Pirat sah zu seinem Anführer, dann wieder zu Maureen und zuckte mit den Schultern. Doch der Outlaw, welcher bei Johns Worten kichern musste, radebrechte... “Kind in Kinderraume... genugt das.”

Judy, die sich einigermaßen gefaßt hatte, sagte zu ihrer Mutter: “Das kommt hin. Ich hab ihn an seiner Quartierschleuse hämmern gehör-”

Der Anführer grollte los, packte Judy und stieß sie an ihre Mutter. Beflissentlich trat der “ menschsprechende” Pirat mit einer Seilschnecke hinzu. Er schmunzelte und ließ seine Augen über Judys Körper wandern, als wolle er abschätzen, ob das Seil wohl reichen werde... “Laß bloß Deine Finger bei Dir!”, knurrte sie ihn an und der Pirat kicherte wieder, antwortete ihr aber nicht.

1 Kommentar:

  1. Oh oh... was für Piraten?? Und was wollen die denn von Euch?? Oh mann, ich hoffe, ihr kommt da heil wieder raus!!

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