Dienstag, 20. März 2012

Buchtip

Ich hab es durch!
Innerhalb von drei Tagen ... auf dem Weg zur Arbeit gelesen (je eine Stunde hin wie zurück) und grade den Schluss im Bett.
Weil es immer spannender wurde.
Weil ich endlich wissen wollte, ob Ned Rise doch noch gewinnt, ob Mungo Park endlich rausfindet, wo der Niger endet, Johnnson seinen Weg nach Hause findet, Dassoud seine Rache bekommt,  ob Ailie doch noch ihren Stand als Witwe akzeptiert und den um sie jahrelang buhlenden Greg zum Manne nimmt, und, und, und ....

"Wassermusik" heisst es, geschrieben von T. Coraghessan Boyle und jedes Wort scheint richtig, mit dem Witz eines perfekt sich ausdrückenden und besoffenen David Sedaris und dabei die fast epische Tiefe der Szenerien, wie sie sonst nur Stephen King ausmalen kann.

Unglaublich ... man hört den Niger, sein magisches Dahingleiten. Die Wellen am Floss, das Schäumen der brauen Wassermassen --- da das Platschen eines Krokodils, das vom Ufer aus ins Wasser gleitet, neugierig, was dort auf dem Kahn ist. Die Packesel schreien, Männer kotzen sich die Eingeweide aus dem Leib, den Leib von der Ruhr verdorrt ...
Aber nicht im Sinne eines Dramas, kein Entsetzen, sondern - es ist einfach so.
Es ist um 1800 und Mungo Park will den Niger abfahren. Da passiert es eben, das die Männer wie Fliegen sterben, das Wasser ausgeht, die "Wilden" über sie herfallen, die Sonne ihre Schädel ausbrennt.
Beim Lesen kommt es mir immer wieder auf, was für eine Recherche der Mann getrieben haben muss, um so leicht und flockig die Gegebenheiten der Natur, der Tagesabläufe und Rituale der Menschen, die sprachlichen Begebenheit so klar und ausführlich wiederzugeben.
Unglaublich!
Ein Buch, das man gelesen haben muss.


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